Trauer um jungen Jesiden in Celle: Den IS-Genozid überlebt, aber diese sinnlose Gewalttat nicht.

Arkan Hussein Kjo musste als 10-jähriger Junge den Völkermord miterleben, den der IS an seiner Gemeinschaft verübte – den Jesiden. Vor den IS-Mörderbanden floh seine Familie vor fünf Jahren nach Deutschland, – nach Celle, das ihnen im Vergleich zu Kojo, ihrem Heimatort in der Region Shingal (Irak) – wie ein Hort der Sicherheit erschien.

Nun ist Arkan hierzulande gewaltsam zu Tode gekommen: Der 15-jährige Jeside wurde vorgestern Abend auf offener Straße angegriffen und niedergestochen. Die Verletzungen waren so schwer, dass er sie nicht überlebte – er verstarb im Krankenhaus. Der dringend Tatverdächtige, ein 29-jähriger Mann, konnte noch am Tatort gefasst werden, schweigt jedoch bislang zur Tat. Ersten Erkenntnissen zufolge, war Arkan kurz vor 22 Uhr auf dem Fahrrad unterwegs, als er plötzlich von dem Mann angegriffen wurde. Dieser soll sich in einem Hauseingang versteckt gehalten und aufs Geratewohl Passanten aufgelauert haben. Dass es letztlich Arkan traf, war allen bisherigen Ermittlungen zufolge, ein Zufall. Vor diesem Hintergrund scheint ein rassistisches Motiv für die Tat unwahrscheinlich. Die Ermittlungen dauern jedoch weiterhin an.

Besonders schmerzlich ist auch, dass eine Trauerfeier nach jesidischem Brauch in größerem Kreis aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus nicht statt finden kann.

Unsere Gedanken sind in tiefer Anteilnahme bei Arkans Familie und seinen Freunden.

In memoriam
Arkan Hussein Kjo † 07.04.2020

P.S.: An dieser Stelle möchten wir uns  für die vielen anteilnehmenden Nachrichten bedanken, die uns zu der schrecklichen Tat erreichten!