HAWAR.Help Vorsitzende Düzen Tekkal sagt Danke

© Markus C. Hurek

Gestern Abend war die Premiere unseres Dokumentarfilms „Jiyan – Die vergessenen Opfer des IS“. Er behandelt Vergewaltigung als Kriegswaffe. Ein Thema, das an die Substanz geht. Mir ist bewusst, dass ein Film über Vergewaltigung als Kriegswaffe, den Genozid am jesidischen Volk und die Schicksale der vom IS verschleppten Frauen Unbehagen bereitet. Aber mit diesem Film können wir Themen, denen wir uns widmen, und Probleme, die wir dringend lösen müssen, sichtbar machen.

Gestern habe ich einen Impuls der Menschlichkeit in genau diese Richtung gespürt. Er ging von den anwesenden Menschen auf, vor und hinter der Bühne aus. Stellvertretend für viele möchte ich Annalena Baerbock, Katja Riemann, Jan Ilhan Kizilhan, Mitri Sirin, dem BMZ und Bundesminister Dr. Gerd Müller danken. Dem HAWAR-Team und vielen anderen Menschen, die ihren Beitrag geleistet haben, konnte ich gestern und heute bereits danken.

Ich möchte euch kurz erklären, warum es mir so viel bedeutet, mit meinen Anliegen nicht mehr allein zu sein. Als ich 2014 Zeugin des Genozids wurde habe ich mich ohnmächtig gefühlt. Allein konnte ich nichts tun und meine Schwestern und ich bekamen damals noch nicht die breite Unterstützung der vielen Menschen um uns, die mittlerweile unsere Sache zu ihrer eigenen gemacht haben. So viele dieser Menschen gestern an einem Ort zu sehen, war für mich nach diesem bewegenden Film ein weiterer emotionaler Moment, den ich niemals vergessen werde. Dass dem Kreis der Anwesenden so viele jesidische Frauen, die das im Film gezeigte Grauen selbst erleben mussten, angehörten, hat mich tief berührt. Damit war ich offensichtlich nicht allein.

Najlaa Mattos Worte „Ich bin stärker als der IS“ wurden mit stehendem Applaus gewürdigt. „Danke Deutschland, ich liebe Deutschland!“, rief eine IS-Überlebende nach dem Film. Da wurde in der Diskussion gerade über das deutsche Engagement für die jesidischen Frauen gesprochen. Dieses Engagement wurde gewürdigt. Es waren Frauen vor Ort, die diesem Engagement die Chance auf ein neues Leben in Freiheit zu verdanken haben. Noch einmal möchte ich die Arbeit von Bundesminister Dr. Gerd Müller und seinem Ministerium hier hervorheben. Vor Augen geführt zu bekommen, dass politisches Engagement Menschenleben retten kann, ermutigt, noch mehr zu tun. Deutschland soll auch weiter eine Vorreiterrolle beim Einsatz für Frauen- und Menschenrechte weltweit einnehmen. Ich glaube, dass gestern ein politischer Wille über Parteigrenzen hinweg zu spüren war, sich dafür einzusetzen. Die Handlungsfelder wurden deutlich benannt.