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3. Jahrestag des Völkermordes an den Yeziden im Irak (03.08.)

Gemeinsam mit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat sich die HAWAR.help Menschenrechtsorganisation anlässlich des dritten Jahrestages des Beginn des Völkermordes an den Yeziden im Irak am 03.08.2014, mit einem Aufruf an die 16 deutschen Landesparlamente gewandt mit der dringenden Bitte, den noch immer Notleidenden Überlebenden dieses schrecklichen Verbrechens zu helfen.

Auszug aus der Pressemitteilung:

„3 Jahre nach dem Völkermord an den Jesiden sind die Verbrechen des IS an den Jesiden zu weltweit zu trauriger Berühmtheit erlangt, passiert ist wenig. Die Jesiden brauchen kein Mitleid, sondern Respekt und reelle Lebensperspektiven.
Entwickeln Sie – wie bereits in Niedersachsen und Baden-Württemberg mit der Betreuung eines Kontingents traumatisierter Frauen – Initiativen für konkrete humanitäre Projekte für yezidische Flüchtlinge, Frauen und Kinder. Sie brauchen psychologische Betreuung, die Flüchtlingscamps haben nicht genug finanziellen Spielraum und auch der Wiederaufbau in der Heimatregion der Vertriebenen im nordirakischen Sinjar muss bezahlt werden“

„Die Täter müssen identifiziert  und vor dem internationalen Strafgerichtshof zur Verantwortung gezogen werden. Die Überlebenden erhoffen sich eine offizielle Anerkennung dieses Genozids. Es muss  jetzt, nach der Befreiung von Mossul daran gearbeitet werden, dass die nordirakische Region Sinjar, das gebirgige Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden im Irak, Selbstverwaltung erhält und niemals getrennt und aufgeteilt werden darf. “

Die Yeziden des Sinjar wurden am 3. August 2014 von IS-Terrormilizen überfallen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden dabei rund 5.000 Yeziden getötet, weit mehr entführt und rund 430.000 mussten fliehen. Der IS wollte alle Yeziden aus dem Sinjar vertreiben oder vernichten. Männer und Jungen, die nicht fliehen konnten oder zum Islam konvertieren wollten, wurden erschossen. Bis zu 5.000 Frauen und Mädchen wurden verschleppt, nur etwa 900 von ihnen konnten später entkommen. Die gefangenen Frauen wurden vergewaltigt, zwangsverheiratet oder auf Sklavenmärkten verkauft. Überlebende schildern, wie furchterregende bärtige Männer weinende kleine Mädchen bedrängten, wie Kinder nach ihren Müttern riefen und wie die Frauen schrien. Sie berichten, dass Frauen sich das Leben nahmen oder es versuchten, so grausam wurden sie behandelt. Etwa 300.000 yezidische Flüchtlinge, die durch den Überfall alles verloren haben, sind immer noch in Zeltcamps untergebracht.

In Deutschland lebt mit geschätzten 120.000 Mitgliedern die größte Diasporagemeinschaft der Yeziden. Die meisten flohen vor religiöser Verfolgung in den 80er Jahren zu uns. Rund 50.000 Yeziden wohnen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, allein im Umkreis von Bielefeld sind es 5.000.

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